Faire Preise Teil 2 – Was kostet mich der Pullover

Bei Nemo Ignorat gibt es einen zweiten Teil zum Thema faire Preise, lest mal rein, interessante Rechnung

nemo ignorat

Wenn wir nun bereit sind, faire Preise für Wolle zu zahlen, was kostet mich denn dann so ein Pullover aus heimischer Wolle, selbstgesponnen und selbstgestrickt? Wird das dann nicht unglaublich teuer? Wer kann sich das denn dann noch leisten?

Machen wir doch einmal die Rechnung auf.

Für einen handgestrickten Pullover in einer durchschnittlichen Frauengröße 42 – 44 benötige ich, um auf der sicheren Seite zu sein, etwa 0,8 – 1 kg Garn. In der Regel weniger, ist aber abhängig vom Strickmuster (Zöpfe fressen Garn, glatt rechts braucht weniger z.B.), der Dicke des Garns und der Strickerin. Einfach nur um sicher zu sein, liegen auch die anderen Zahlen alle eher am oberen Rand. Dieses Kilo Garn stammt von ca. 2 kg Rohwolle. (Abfall ist dabei, dann wäscht sich einiges an Gewicht in Form von Wollschweiß aus, durch Spinnen verlieren wir noch einmal etwas Masse usw.)

Abhängig von der Schafhalterin bekomme ich ein frisch…

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Faire Preise Teil 1

Nemo Ignorat hat sich Gedanken gemacht über faire Preise für Rohwolle, wie ich finde ein wichtiges Thema. Wie kann es sein ds die Schäfer Ihre Wolle nicht losbekommen und wenn dann nur fürn Appel und n Ei aber durch die ganze DIYWelle die großen Marken die die Wolle sonstwoher importieren Gewinne machen. Kauft Lokal!

nemo ignorat

Ich bin auf Facebook in einer wirklich coolen Gruppe Schurwollmarkt, wo Schafhalterinnen ihre Vliese, die sonst entsorgt werden müssten, direkt den Verbraucherinnen anbieten können. Ich habe selbst schon darüber Vliese gekauft (muss allerdings gestehen, dass ich noch nicht dazu gekommen bin, die Vliese richtig anzusehen geschweige denn zu waschen, mit dem Kurs im Moment und allem, was mit meiner Mutter pflegerisch im Augenblick abgeht). Wie dem auch sei, alles in allem finde ich es eine der gelungeneren Ecken Facebooks.

Was mich aber dann mal wieder umtreibt ist die Frage nach einem fairen Preis. Faire Preise sind im Augenblick ja mal wieder in aller Munde (im Falle von Milchtrinkern und Fleischessern sogar wortwörtlich). Was ist ein fairer Preis? Für einen Liter Milch? Hundert Gramm Fleisch? Oder ein Kilo Wolle? Sind wir bereit den Landwirten tatsächlich die Kosten zu erstatten, die sie aufwenden und ihnen noch einen Gewinn dazuzugeben?

Folgt man der Stiftung Bündnis…

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Fashion Revolution Day Germany

jedes Jahr am 24.4. gibt es nun seit 2013 den Fashion Revolution Day. Am 24. April 2013 stürzte das neunstöckige Fabrikgebäude Rana Plaza in Bangladesch ein. Über 1000 Menschen kamen dabei ums Leben.

Dazu gab es hete einige Aktionen http://fashionrevolution.org/country/germany/

Menschen die unsere Kleidung herstellen, für einen viel zu geringen Lohn und unter sehr sehr schlechten Bedingungen. Nicht nur Billigklamotten wie Kick, H&M, Primark usw. sondern auch Markenklamotten.

Der Fashion revolution Day soll auf diese ganze Misere aufmerksam machen. Der Konsument soll dafür sensibilisiert werden wer seine Kleidung hergestellt hat.

http://info.arte.tv/de/der-fashion-revolution-day-erinnert-rana-plaza-unglueck

Liebe Leute bitte achtet darauf was Ihr kauft, wohin gebt Ihre Eure Energie inform Eures konsums? Was möchtet Ihr unterstützen? NutztEure macht!

Fairtrade – Fairarscht

Sina Trinkwalder von Manomama hat ein neues Buch geschrieben, es heißt Fairarscht – Sie ist selber Firmenchefin, produziert Lokal, hat vielen Arbeitslosen die als Unvermittelbar galten eine Stelle gegeben, das Bundesverdienstkreuz bekommen usw.

Hier ist ein kurzes trotzdem interessantes Interview dazu

Enkelwirtschaft – sprich nachhaltig wirtschaften, nur so geht echte Zukunft

http://www.deutschlandradiokultur.de/sina-trinkwalder-ich-betreibe-eine-art-enkelwirtschaft.1008.de.html?dram%3Aarticle_id=349910

http://www.manomama.de/

Alternative Materialien – Hanf

Es gibt für Kleidung/Handarbeiten viele alternative Materialien. So manches ist scheinbar in Vergessenheit geraten und führt höchstens ein Nischendasein, was ich persönlich bedauerlich finde. Und das betrifft nicht nur Material, sondern auch Nahrungsmittel und Techniken die einmal zu unserem Kulturgut gehört haben und Stück für Stück verloren gegangen sind.

Liegt es am Kapitalismus? Am fehlenden Nachwuchs? An den großen Konzernen? Ich kanns mir nicht so richtig erklären. Es sind wohl unterschiedliche Gründe.

Zwei dieser für mich sehr spannenden Materialien sind Hanf und Brennessel. Der Hanf ist eine wunderbare Nutzpflanze die je nach Züchtung unglaubliches für uns leisten könnte. Hier gibts die Geschichte wie der Hanf verboten wurde. So wie noch sehr viel Zusatzinformationen, wirklich spannend. Hanf ist unglaublich vielseitig einsetzbar. Er wird z.zt bei uns vorallem für Dämmmaterial benutzt, auch in der Automobilindustrie.

Dagegen aber Wolle aus Hanf zu finden ist sehr schwer bis unmöglich. In den USA (was vielleicht an der „Hemp-for-Victory“-Kampagne des US-Militärs, das dringend den Rohstoff Hanf für die Rüstung brauchte, lag Quelle Wikipedia) und der Türkei gehört Hanf dagegen zum normalen Angebot. Bei meiner Recherche habe ich vorallem Garn aus der Fleisch- und Wurstverarbeitunsgbranche gefunden, echt schräg, Als Wurtsbindefaden scheint Hanf das Material schlechthin zu sein. Oft zweifarbig angeboten. Und das eine oder andere Bindfadengarn ist zu finden (Minimengen bei Dawanda) und gröbere Fäden für die Weberei. Was es wieder mehr gibt ist Hanfstoff, aber zu entsprechend hohen Preisen, vermutlich weil es eben in Deutschland kaum angebaut wird.

Ich kenne noch Hanfshops aus der Großstadt wo es viel Kleidung aus Hanf gab, aber das waren halt vom Stil her nicht so das Ding, aber immerhin.

sehr sehr spannende Doku

Manomama stellt Kleidung aus lokalen Materialien her und hat auch eine Hanfjeans im Angebot. Soweit ich es auch aus dem folgendem Film entnehmen kann mußten Sie sich die Produktionskette allerdings selbst erschließen. Es ist einfach was besonderes. Für mich kann das wirklich nochmehr werden. Hand ist eine robuste Faser kann hier lokal angebaut und verarbeitet werden, im Vergleich zu Baumwolle die extrem weite Wege hinter sich hat, viele Landstriche zerstört und oft auch mit Leid verbunden ist weil es dort einen hohen Pestizideinsatz gibt, schlechte Löhne und Kinderarbeit.

Hier ein schöner kleiner Film zum Thema Hanf als Faser für Stoffe:

und wen da noch mehr interessiert, auch in der Medizin könnte Hanf, vor allem Hanföl so viel gutes tun wenn er nicht „verboten“ wäre bzw viel zu streng reglementiert (das kommt wohl auch der Pharmaindustrie sehr entgegen).

Links: Produkte aus Hanf (es gb auch mal Wolle) http://www.hanf-schnitt-nord.de

grobes Hanfgarn bei Wollinchen hier entlang

Hanfgarne und Hanfzwirne beim Flachsshop

und hier gab es mal ein Vorhaben für ein Hanfnetzwerk, also konkret für Hanfwolle, alles was ich gefunden habe bezog sich auf das Jahr 2013, ich weiß nicht ob das weitergegangen ist, aufjedenfall interessant, und auch wieder in der Uckermark.

http://www.uckermarkkurier.de/templin/wo-hanf-als-faden-auf-die-spindel-kommt-222634510.html

http://wollenaturfarben.blogspot.de/2013/06/netzwerk-textile-hanf-verarbeitung.html

Dieser Blog ist auch sonst sehr spannend, dort gibts ganz viel zum Thema Wolle und Farben.

..soweit zum Hanf als Nutzpflanze für Material. Auch ein wichtiger Punkt ist die medizinische Wirkung von Hand. Sie kann bei ganz vielen Krankheiten sehr viel helfen. Leider eben in Deutschland nur ganz begrenzt erlaubt, was ich unfassbar finde. Denn es ist nachgewiesen wie gut Hanf wirkt. Aber da hat wohl die Pharmaindustrie zuviel mitzusprechen in unserer Regierung.

 

 

 

 

Vegane Wolle – umweltgefährlicher Marketinggag?

Hier nochmal ein interessanter Artikel der sich mit dem Thema Vegan, Wolle und mehr auseinandersetzt. Auch viele interessante Kommentare. Gefunden bei „Ichkaufnix“ wo ich auch gleich mal folge😉

Ich kauf nix!

So, jetzt werde ich sicher ein paar von euch gegen mich aufbringen, aber zum ersten Mal muss ich wirklich was GEGEN den Vegan-Trend sagen. Veganismus hat ein paar gute Ansätze, allerdings geht er manchmal einfach zu weit bzw. galoppiert in die falsche Richtung davon. Erstes Beispiel ist diese Sache mit dem veganen Leder, die ich sehr kritisch sehe. Lange Zeit war ich mir nicht sicher, ob das einfach nur Marketingmist ist und da billigst und giftigst produzierte Plastikschuhe teuer verkauft werden – so wie eine Journalistin letztens meinte: „Früher wars Analogkäse und ein Skandal, heute wird er im Veganregal im Supermarkt teuer verkauft.“ – oder ob ich nur einfach zu begrenzt im Hirn bin und mir nix anderes als Leder oder Plastik vorstellen kann (abgesehen von Chucks, aber die sind ja auch zum Teil aus Plastik). Und ich hab eine Plastikabneigung. Nicht grundsätzlich, aber an so vielen Orten ist…

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Gibt es keine gute Wolle?

Erdlingshof schreibt: Es ist keine Verschwendung, denn bei uns wird die Wolle von denen verwendet, denen sie auch gehört, nämlich den Schafen, die sie zum Kuscheln verwenden können.
Auch ist die Wollgewinnung früher oder später mit Gewalt und Unterdrückung verbunden und es gibt keine friedlichen Schäfereien. Gewalt lässt sich nicht schön reden! Die Schafe müssen zum Scheren eingefangen und fixiert werden. Für die Wollgewinnung kommen nur jüngere Tiere in Frage und keineswegs Omas oder Opas, da bei den alten Tieren die Wollqualität stark nachlässt.
Des Weiteren läuft die Wollgewinnung mit der Fleischgewinnung einher, da die älteren Schafe und jedes Jahr gerade die männlichen Lämmer getötet werden. Diese werden ebenso mit Gewalt der Mutter entrissen.
Alle Wollschafe werden mit Ohrenmarken versehen, was dauerhafte Verletzungen und Narben am Körper der Schafe hinterlässt und ebenso mit Schmerzen verbunden ist.
„Gute“ Schafwolle gibt es genauso wenig wie “gutes“ Fleisch.

Es ging darum das die Schafen dort nur geschoren werden weil Sie eben mit soviel Fell gezüchtet wurden, die geschorene Wolle Ihnen aber zum kuscheln überlassen wird.

Was meint ihr zu dem Statement? Denkt Ihr auch das es eigentlich keine gute Wolle gibt? Was ist mit dem GOTS Zertifikat? Was mit Demeterwolle?